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20 Jahre Mauerfall - Schicksale, die nicht vergessen werden sollten - 5. Auszug

Im Dezember 1948 wurde Hans Helmut Siegfried Frankenfeld in die CDU Burg aufgenommen. Er wurde am 3. Dezember 1929 als Sohn des Postschaffners Ernst Frankenfeld und dessen Ehefrau Margarete, geb. Busch, in Dresden geboren. Im Jahre 1936 wurde er eingeschult. Seine Eltern wurden gezwungen, Dresden im Sommer 1937 zu verlassen, da seinem Vater wegen Nichtzugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter Partei (NSDAP) Schwierigkeiten schikanöser Art gemacht wurden. So kam er nach Burg und konnte infolge guter Leistungen in der Schule ab 1940 die hiesige Mittelschule besuchen. In der Hitlerjugend (HJ) hatte er die Funktion des Kameradschaftsführers von 1944 bis 1945. Aus diesem Grunde hatte er auf Vorschlag seiner Lehrer fast die ganze Zeit hindurch Schulgeldfreiheit. Sechs Monate vor der Prüfung bekam er bereits das Zeugnis der „Mittleren Reife“ vorzeitig ohne Prüfung zuerkannt.

Nach der Schulentlassung ging er freiwillig zu einem mehrwöchigen Arbeitseinsatz im VEB „Leipziger Leichtmetallwerke“ auf dem Flughafen Burg. Am 1. Oktober 1948 trat er bei der Versicherungsanstalt des Landes Sachsen–Anhalt in ein Lehrverhältnis ein und arbeitete dort aktiv in der Schulungs– und Jugendkommission mit. Vom 1. Juli 1949 bis 31. Oktober 1949 arbeitete er als hauptamtlicher Kassierer der CDU in Burg. Am 6. November 1949 nahm er ein Studium an der Pädagogischen Fakultät der Humboldt–Universität in Berlin auf, um Lehrer zu werden.

In der CDU erfüllte er die Aufgaben als Kreisjugendreferent und Kreisvorstandsmitglied. Er war stellvertretendes Mitglied des Wirtschaftsausschusses der Stadt Burg für die CDU. Hans Frankenfeld war ein sehr eifriges CDU–Mitglied und erfüllte seine Aufgaben unermüdlich. Er führte scharfe Diskussionen mit der sozialistischen Jugendorganisation der DDR, der Freien Deutschen Jugend (FDJ), der Volkspolizei und mit den Studenten der Humboldt–Universität und warb unter der Landjugend viele Unionsfreunde. Bis die JUNGE UNION in der Sowjetischen Besatzungszone ihre Arbeit demonstrativ niederlegte und verboten wurde, war er sehr aktiv in der Jugendarbeit und führte sie auch als Vorsitzender.
Er war Anhänger Jakob Kaisers und aufgrund seiner Offenheit bei allen beliebt und geachtet. Seine Arbeit war stets der Allgemeinheit verpflichtet und persönliche Belange wurden zurückgestellt. Er war scharfer Gegner des SED–Regimes, welches sogar zu Zusammenstößen mit seinen Gegnern führte.

Am 28. Oktober 1951 wurde er während eines Urlaubs aus der Wohnung der Eltern (Burg, Wilhelm–Kuhr–Straße 31) von der Kriminalpolizei und dem russischen Geheimdienst verhaftet. Vorher wurde er von einem CDU–Mitglied denunziert. Für seine Verwandten und die Universität blieb er fortan verschwunden.
Mit ihm wurden mehrere Personen verhaftet und abgeurteilt, darunter je ein Mann aus Burg, Niegripp und Drewitz. Seine Burger Freundin wurde nur verhört und dann wieder freigelassen. Er wurde nach Halle in den „Roten Ochsen“ gebracht.
Das sowjetische Militärgericht (SMT) Nr. 48240 verurteilte ihn am 9. April 1952 in Halle wegen angeblicher Spionage und Hetze gegen die DDR und der Mitarbeit in der „Organisation Gehlen“ zum Tode durch Erschießen. Am 6. Mai 1952 soll er in die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) transportiert worden sein. Das Präsidium des Obersten Sowjets lehnte sein Gnadengesuch am 4. Juli 1952 ab. Das Todesurteil an Hans Frankenfeld wurde am 8. Juli 1952 in Moskau vollstreckt. Er wurde durch Erschießen hingerichtet.
Nach dem Mauerfall wurde mit Beschluss vom 10. Juli 2000 der Russischen Hauptmilitärstaatsanwaltschaft Hans Frankenfeld rehabilitiert.

Am 1. Juli 2005 wurde auf dem Friedhof Donskoje in Moskau ein Gedenkstein für die deutschen Opfer der sowjetischen Militärjustiz feierlich eingeweiht. Seine Mitschüler der Burger Abiturklasse vom Juli 1948, Georg Hopfer, H.–J. Mittendorf und H.–G. Ziegler hatten sich persönlich in Moskau davon überzeugt, dass in kyrillischer Schrift auch der Name Hans Frankenfeld festgehalten wurde. In Memoriam an ihren treuen Weggefährten mögen diese Zeilen alle als Mahnung erinnern, welche Schicksale die „Diktatur des Proletariats“ tausendfach verursachte.
Ende des Jahres sollen über 10 Millionen Menschen aus den nach dem 2. Weltkrieg besetzten Ländern und der UdSSR in den kommunistischen Arbeitslagern der Sowjetunion (UdSSR) gefangen gehalten worden sein.

Quelle Foto Frankenfeld: Memorial/FSB–Archiv Berlin

 

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